Vorsicht ! Falschgeld !

Ich lese seit 20 Jahren die Bundesbankberichte und verfolge die EZB-Berichte über den Banknotenumlauf.

http://www.bundesbank.de/download/ezb/pressenotizen/2011/20111228.ausweis.pdf

Das gabs noch nie:

In einer Woche erhöhte sich die Bilanzsumme der EZB um 239 Mrd auf jetzt 2733 Mrd Euro.

Der Banknotenumlauf – also das echte Falschgeld mit dem wir zahlen – um 8 Mrd auf nun 890 Mrd Euro.

Über schotti

* geb. 1949 in Berlin * 1967-1971 Physikstudium an der Humboldt-Universität Berlin * 1975 Diplom in München * 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI für Astrophysik in Garching * 1977-1978 Redakteur beim Elektronik Journal München * 1979-1988 Aufbau eines Bauhandwerkbetriebes in München * 1989-1990 Songwriter/Sänger in San Diego (USA) * 1991-heute eigenfinanzierte Forschungsarbeit in Berlin

14 Kommentare zu Vorsicht ! Falschgeld !

  1. schotti sagt:

    „Meine Frau hat während der Schwangerschaft nicht genug gegessen…

    …deshalb ist das Baby blind“

    http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2011/0530/schiffe.jsp

    Als ich vor einigen Tagen diesen sehenswerten Film zum ersten Mal sah,
    musste ich an dieser Textstelle wegzappen.

    Für 2 Dollar am Tag macht dieser Mann diese schwere dreckige und gefährliche Arbeit.

    „Ich träume seit 10 Jahren davon 700 Dollar zu sparen um mir ein Taxi zu kaufen“.

    Ich beobachte bei der Lohnauszahlung einen dritten Mann der zuwenig bekommt,
    „weil es der Firma zur Zeit schlecht geht“.

    Ich erkenne in seinen Händen zwei Geldscheine, vermutlich zwei 500-Rupien-Scheine.

    Diese kommen von einer Bank und letzlich von der nationalen Zentralbank.

    Zu einem Kurs werden diese Rupien in USD und Euro umgetauscht/verrechnet.

    Europas Staaten und Banken lassen jedes Jahr ca. 10 % Ihrer Bilanzsumme,
    also ca. 2500 Milliarden Euro „Geld“, auf die Menschheit los.

    Dafür müssten bei 2500 Euro Jahresverdienst
    – diese drei Schiffsabwracker bekommen weniger –
    1 Milliarde Menschen dafür arbeiten.

    Das tun sie auch.

    Mein Fahrradschlauch kommt aus demselben Land Bangla Desh.

  2. schotti sagt:

    Einlagenfaszilität 776 Milliarden lese ich in der Laufschrift des Staatsfernsehens.

    2000 ungefragte Euros pro Europäer kopfrechne ich kurz.

    Wie übersetzt man das Wort EINLAGENFASZILITÄT aus dem bankenchinesischem ins Hochdeutsche ?

    Wie in jeder Diktatur stellt auch heute Deutschlands Staatsfernsehen der früheren FDJ-Agitatorin Merkel umfangreiche Sendezeit, Öffentlichkeit und brave Journalistenfragen.

    Inzwischen verhandelt man in Brüssel „bis Mitternacht“ – was für ein Scheissjob – über Billionen.

    Mit B wie bankrott.

    Wer sind Deutschlands Oligarchen ?

    In Russland weiss man woran man ist.

    Zar Putin regiert mit seinen 40 Räubern, die sich 1990 das Volksvermögen unter den Nagel gerissen haben.

    In Deutschland ist die Lage diffuser.

    Millionen Beamte und andere überbezahlte Nichtsnutze ruinieren munter weiter den Standort Europa.

  3. schotti sagt:

    MADE IN CHINA…

    … lese ich auf dem Spaten für 9 Euro 99 im Baumarkt.

    „Wo sonst“ … denke ich mir ?

    Spaten bestehen aus Holz und Stahl plus Lohnnebenkosten, Steuern und Schulden.

    ( Copyright: http://www.schottie.de )

    In diesem Umfeld des heutigen finanzpolitischen Wahnsinns der bankrotten EU
    bauen wir hier in den nächsten Tagen in meinem Garten einen Glasschmelzofen,
    um die Standzeit des Versenkseiles von EARTH-1 zu testen.

    Made in China, versteht sich.

    Ich mache hier leise, still und bescheiden das, was Aufgabe ihrer unfähigen EU-Kommission ist.

    Gesendet: Freitag, 02. März 2012 um 14:46 Uhr
    Von: „Rainer Schottlaender“
    An: katrin.muller-vanissem@ombudsman.europa.eu, gerhard.sabathil@ec.europa.eu, Euro-Ombudsman

    Betreff: …..weiter zur Beschwerde Nr. 0259/2011/KM … auf Ihren hier heute per Post eingegangenen Brief vom 17.2.201212

    Unterstützen Sie den Start von EARTH-1 Support this great new experiment

    The first probe in the history of science and technology
    designed to explore the interior of our earth down to kilometer minus 100.

    EARTH-1.

    First launch: April 2012.

    Durch den offenen Schlot eines geeigneten Vulkans.

  4. schotti sagt:

    http://www.bundesbank.de/download/ezb/pressenotizen/2012/20120306.ausweis.pdf

    Auch das deutsche Staatsfernsehen berichtete heute kurz über die jetzt mehr als 3 Billionen EZB Bilanzsumme.

    Chefbankrotteur Mario Draghi gab letzte Woche Vollgas.

    330 Milliarden neue virtuelle Euro. 1500 neue Teuro pro Woche und europäischem Haushalt.

    Das gab es noch nie seit 1923.

    Sie zahlen die Zeche in Ihrem Supermarkt und an Ihrer Tankstelle.

  5. schotti sagt:

    http://www.bundesbank.de/download/presse/pressenotizen/2012/20120319.unterschrift.draghi.php :

    „Die Euro-Banknoten tragen nunmehr entweder die Unterschrift von Willem F. Duisenberg, dem ersten Präsidenten der EZB, oder von Jean-Claude Trichet, dem zweiten Präsidenten der EZB, oder von Mario Draghi, dem amtierenden Präsidenten der EZB. Alle anderen Merkmale der Banknoten sind gleich.“

    Letzteres ist unwahr.

    Voriges Jahr war derselbe Schein mehr wert.

  6. schotti sagt:

    Ich übe für meinen nächsten Auftritt am Sonntag…das wird kein Heimspiel…
    Musik lenkt gut ab vom Dauerfrust… zB die unnötige Verzögerung meiner Expedition
    durch verbeamtete Vollnieten, die sich in Mafitalien in Nichts von denen hier unterscheiden.

    Meine trotzdem natürlich weitergeführte konstruktive EMail Korrespondenz mit verschiedenen leistungsstarken
    und hilfsbereiten chinesischen Lieferanten ist nur ein klitzekleines mikroökonomisches subjektives Indiz dafür,
    dass und warum es mit Deutschland voll den Berg runter geht.

    Das kann man auch nicht mehr reparieren sondern nur noch seinen Arsch retten.

    Weiter zum Thema:

    24 Billionen lese ich für Nov 2009 auf Seite 10* des Monatsberichtes Dez 2011 der Bundesbank in der „konsolidierten“ Bilanz.
    27 Billionen Euro ……für Okt 2011

    Im ganz Kleingedruckten steht, dass die EZB neben Banken, Bausparkassen und Geldmarktsfonds auch zu den MFIs zählt.
    Vor 2008 lag die EZB-Bilanzsumme unter 1 Bio, jetzt über 3 Bio.

    In den letzten zwei Jahren wurden mindestens 3 neue Eurobillionen Kredit auf die Menschheit losgelassen.

    Plus die ausserbilanziellen/Aktivitäten/Derivate unklarer Bilanzwirksamkeit, worauf ich bereits 1995 in meinem nur 24mal verkauftem Manuskript „KIPPT DIE D-MARK ?“ hinwies, dass auf Seite 152 mit dem mittlerweile 17 Jahre lang verschlepptem und von mir damals brilliant formuliertem Offenbarungseid des Bundestages ausklingt.

    Im Monatsbericht Dez 2001 finde ich für 2001 ca. 13 Billionen MFI-Bilanzsumme (deutscher Anteil 4,3 Bio, also EU = D x 3)

    Heute, 2012, ist als mindestens doppelt soviel „Geld“ im Umlauf wie 2001.

    Copyright: http://www.schottie.de
    anonymisiert veröffentlicht http://www.schottie.de/?p=4906
    als Kommentar unter meinem Artikel
    Vorsicht ! Falschgeld !

  7. schotti sagt:

    Neuer Europa“rekord“ : Banknotenumlauf 902 Mrd Euro ……… + 1,5 % seit 28.12.2011 (siehe oben im Artikel)
    EZB Bilanzsumme heute: …………………….3.085 Mrd Euro …….. + 11,3 % “ “ “

    Quelle: http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2012/2012_08_07_ausweis.pdf?__blob=publicationFile

  8. schotti sagt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Chiemgauer

    Gerade eben machte das Zweite Deutsche (Staats) Fernsehen kostenlose Werbung für diesen CHIEMGAUER.
    Das ist eine seit zehn Jahren munter expandierende regionale Gutmenschen-Lametta-Währung.
    Früher, als die Mark noch ne Mark war, kam in solchen Fällen nach drei Tagen der Staatsanwalt.

  9. schotti sagt:

    http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2012/2012_08_28_ausweis.pdf?__blob=publicationFile

    Heute, 8 Monate nachdem ich diesen Artikel hier auf diesen blog stellte, sind aus 2733 Mrd Euro 3080 Mrd geworden.

    Das sind (3080-2733) = 347 weitere virtuelle Milliarden.

    Also etwa 1000 Euro pro Europäer.

    Die mir und Jedem ganz real als Inflation aus der Tasche gezogen werden.

  10. schotti sagt:

    Da lacht der Kenner:

    Leichter Anstieg beim Falschgeld

    10.01.2013 | Deutsche Bundesbank
    Eurosystem präsentiert die 5-Euro-Banknote der Europa-Serie

    http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Home/home_node.html

  11. schotti sagt:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/warren-buffet-die-fed-ist-der-groesste-hedgefonds-der-geschichte-12583368.html :

    „…„Die Fed ist der größte Hedgefonds der Geschichte“, sagte Buffett vor Studenten der Georgetown Universität in Washington. Buffett begründete das mit den hohen Erträgen der Federal Reserve, die in den vergangenen Jahren mit Anleihekäufen ihre Bilanz auf mehr als 3,7 Billionen Dollar ausgeweitet hat….“

    HAT DAS WARREN BUFFETT BEI MIR HIER ABGESCHRIEBEN ?:

    http://www.schottie.de/?p=4906

    ICH VERSTEHE SCHNELL WARUM ER SCHLAGZEILEN UND ÖFFENTLICHKEIT BEKOMMT:

    „… Die Fed stehe nicht unter dem geringsten Druck, „ihren Verschuldungsgrad abzubauen“, sagte der 83-Jährige den Studenten. …“

    DIE ARMEN STUDENTEN …

    BUFFETT WILL DAS SYSTEM IN DEM ER GROSS WURDE NATÜRLICH ERHALTEN.

    WENN 17.000 MILLIARDEN US-STAATSSCHULDEN KEIN DRUCK SIND …

    UND DAS IST NUR DIE SPITZE DES EISBERGES :

    http://www.schottie.de/?p=1730

    BEGRIFFEN …. HAT MISTER BUFFETT DAS SYSTEM:

    AN DESSEM BUFFET ER 60 JAHRE LANG MITFRASS:

    „….Der Scheck an den Finanzminister ist so kein Zugewinn für den Staat: Im Kern gibt die Fed die Zinseinkünfte zurück, die sie zuvor vom Ministerium erhalten hat….“

    „…Der Rückzug aus dem einzigartigen Ankaufprogramm berge jedoch unvorhergesehene Risiken. „Der Kauf von Wertpapieren ist normalerweise einfacher als der Verkauf“, sagte Buffett….“

    UNVORHERGESEHENE ?

    WER KAUFT FED – „WERT“PAPIERE …

    WER KAUFT EZB – „WERT“PAPIERE …

    WER KAUFT BUNDES „SCHATZ“ BRIEFE …

    WENN NICHTS MEHR DA IST.

    AUSSER BILLIONENSCHULDEN UND FAULEN VERSPRECHEN …

  12. schotti sagt:

    http://www.misesde.org/?p=5702

    Experimente mit Papiergeld
    Von
    LvMID
    – 14. August 2013Eingestellt unter: Aktuelles, Zeitloses
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    14.08.2013 – von Detlev S. Schlichter.

    Detlev S. Schlichter

    Alle Staaten haben das Privileg, sich mithilfe von Steuern finanzieren zu können, also durch das Konfiszieren von Ressourcen von privaten Vermögensbesitzern und Erwerbstätigen. Alle anderen natürlichen und juristischen Personen können von anderen nur etwas erwerben, indem sie selbst zur Produktion von Waren und Bereitstellung von Dienstleistungen beitragen und sich dann auf freiwilligen Tausch einlassen. Der Staat kann sich etwas mit Gewalt oder der Androhung von Gewalt nehmen. Die offene Besteuerung von Vermögen oder Einkommen des privaten Sektors ist jedoch selten populär und stößt daher an ihre natürlichen Grenzen. Das Drucken von Geld ist eine weitere Methode zur Staatsfinanzierung. In der Geschichte der Menschheit war dies ausnahmslos der Grund für alle Experimente mit Papiergeld. Wurde das Angebot an Papiergeld laufend ausgeweitet, sank die Kaufkraft jeder Geldeinheit. Ein derartiges System führte immer zu hoher Inflation und entweder dem vollständigen Zusammenbruch des Finanzsystems mit furchtbaren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft oder zur rechtzeitigen Aufgabe von Papiergeld und der Rückkehr zum Warengeld.

    Wir sind bei unseren Betrachtungen bereits auf eine Reihe von Experimenten mit Papiergeld im Verlauf der Geschichte gestoßen. Es könnte erhellend sein, sie in chronologischer Reihenfolge zu betrachten, um ihre Gemeinsamkeiten zu verdeutlichen und zu zeigen, dass der bevorstehende Zusammenbruch des gegenwärtigen Papiergeldsystems, so dramatisch und unvorstellbar er auch nach allgemeiner Überzeugung sein mag, kein ungewöhnliches oder einmaliges Vorkommnis sein wird. Aufgrund einer nüchternen Analyse von Theorie und Geschichte wird ein rationaler Beobachter nichts anderes erwarten.

    Wie erwähnt war China das erste Land, das mit einem richtiggehenden Papiergeldsystem experimentierte. Zwischen dem frühen 12. und dem späten 15. Jahrhundert wurde vom Staat ausgegebenes Papiergeld im Gebiet der Südlichen Song-Dynastie (1127-1279), der Jin-Dynastie (1115-1234), der Yuan-Dynastie (1271-1368) und in der Frühzeit der Ming-Dynastie (1368-1644) eingesetzt. Natürlich gaben die chinesischen Dynastien Papiergeld aus, um Staatsausgaben damit zu finanzieren. Obwohl Zahlungen in Naturalien und Sachleistungen damals weit verbreitet waren, animierten die Regierungen ihre Bürger zur Zahlung mit Papiergeld, indem sie verlangten, dass Steuern damit bezahlt wurden. Die chinesischen Regierungen verwendeten das Papiergeld auch zur Bezahlung ihrer eigenen Beschäftigten, vor allem der Soldaten. In jedem der erwähnten Fälle kam es anfangs zu einer durchaus moderaten Geldausgabe, aber im Lauf der Zeit zirkulierte immer mehr Papiergeld, und die Kaufkraft des Geldes nahm entsprechend ab. Früher oder später kam es zur Zeit der chinesischen Dynastien zu Inflation, die progressiv anstieg. Verschiedene Maßnahmen wurden ergriffen, um die Symptome zu bekämpfen und dafür zu sorgen, dass die Währung im Umlauf blieb. Die Yuan-Dynastie schränkte den privaten Handel mit Gold und Silber erst ein und verbot ihn dann ganz. Außerdem führte sie mehrere Währungsreformen durch, bei denen jeweils neues Papiergeld in neuer Stückelung ausgegeben wurde. Die Jin-Dynastie versuchte es mit Preiskontrollen. Bis zum Jahr 1223 beziehungsweise 1356 waren die Papierwährungen der Jin- und Yuan-Dynastie dann wertlos, wenige Jahre später kam es zum Untergang der beiden Dynastien (1234 beziehungsweise 1368). Der Südlichen Song-Dynastie blieb dies nur deshalb erspart, weil ihr Reich von den Mongolen besetzt und dann aufgelöst wurde. Die Ming-Dynastie bildet eine Ausnahme. Nachdem sie Papiergeld eingeführt und dann immer mehr davon ausgegeben hatte, was zu Inflation führte, gaben die Ming-Herrscher das Experiment Papiergeld vollständig auf und kehrten zum Warengeld zurück. Bemerkenswerterweise kehrte China nach 1500 jahrhundertelang nicht mehr zum Papiergeld zurück, sondern hielt am Warengeld fest, bis Papiergeld im 19. und 20. Jahrhundert im Zuge der Westernisierung des Landes wieder eingeführt wurde.

    Im Jahr 1690 begann Massachusetts, damals noch britische Kolonie, Papiergeld auszugeben, um damit seine Soldaten für den Militäreinsatz gegen das französische Quebec zu bezahlen. Dieses Beispiel machte unter den nordamerikanischen Kolonien Schule und alle begannen, Papiergeld auszugeben. In allen Fällen kam es zu einem starken Rückgang der Kaufkraft der jeweiligen Geldeinheit. Das britische Parlament beendete das Experiment mit Papiergeld im Jahr 1764.

    Die Bank of England, oft als Mutter aller Zentralbanken bezeichnet, wurde 1694 zu dem speziellen Zweck gegründet, der Regierung Geldmittel zu beschaffen. Zu diesem Zweck wurde sie von Anfang an mit zahlreichen Privilegien ausgestattet. Die Bank of England hat schon damals das gemacht, was heute unter modernen Zentralbanken gang und gäbe ist, sie hat nämlich Banknoten gegen Verbindlichkeiten des Staates in Umlauf gebracht, also Staatsschulden monetisiert. Während der ersten 100 Jahre ihrer Existenz wurde die Bank mehrmals ermächtigt, ihr Versprechen, Banknoten gegen Gold einzulösen, nicht einzuhalten, aber ihren Betrieb unverändert fortzusetzen.

    Frankreich gab gemäß einem von dem schottischen Spieler und Geldtheoretiker John Law entwickelten System zwischen 1716 und 1720 Papiergeld aus, um die Staatsfinanzen zu stützen. »Die Regierung, die aufgrund der von Ludwig XIV. geführten Kriege mit einer beträchtlichen Staatsverschuldung zu kämpfen hatte, stand am Rande des dritten Staatsbankrotts in weniger als einem Jahrhundert« (Ferguson). Die Ausgabe von Papiergeld führte zu einer spekulativen Aktienblase (Mississippi-Blase). Der letztlich unausweichliche Crash und der Wertverlust der Banknoten stürzte die französische Wirtschaft ins Chaos, ohne die fiskalpolitische Misere des Landes zu lindern.

    Ab 1775 gaben die britischen Kolonien in Amerika erneut Papiergeld aus, die sogenannten Continental – so benannt nach dem Kontinentalkongress der Delegierten aus den 13 Kolonien -, mit denen der Unabhängigkeitskrieg finanziert werden sollte. Sechs Jahre später waren Continentals praktisch wertlos.

    Die nächste Papierwährung in Frankreich waren die Assignaten, die während der Französischen Revolution zur Finanzierung einer bankrotten Regierung ausgegeben wurden. Sie waren von 1790 bis 1803 im Umlauf und am Ende vollkommen wertlos. Das Ende der Assignaten ist die erste aufgezeichnete Inflation, die der modernen statistischen Definition einer Hyperinflation entspricht, das heißt einem Preisanstieg von über 50 Prozent im Monat. Im Jahr 1803 führte Napoleon den Franc ein.

    Zwischen 1793 und 1821 kam es laufend zu internationalen Konflikten in noch nie dagewesenem Ausmaß, die weite Teile Europas, aber zeitweise auch Nordamerikas in den sogenannten Napoleonischen Kriegen erfassten. In Großbritannien nutzte die Regierung von Premierminister William Pirt zunehmend die Bank of England, um für die Finanzierung des Krieges gegen Frankreich zu sorgen. Die außerordentlich hohe Kreditschöpfung führte zu einem Abfluss von Gold und 1797 wurde der Bank of England befohlen, den Umtausch von Banknoten in Hartgeld auszusetzen. Insgesamt 24 Jahre lang hatte die britische Währung keine Goldbasis und es kam zu einer bis dahin nie erlebten Inflation. Im Jahr 1821 kehrte Großbritannien zum Goldstandard zurück.

    Um 1812 den Krieg gegen das britische Empire zu finanzieren, gab die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika in großem Umfang Schatzwechsel aus, nahm bei dem wachsenden Bankensektor reichlich Kredite auf und erlaubte den Banken 1814, Zahlungen in Hartgeld auszusetzen. Erst 1817 wurden Zahlungen in Gold und Silber wieder aufgenommen, nur um 1819 erneut ausgesetzt zu werden. Zum nächsten größeren Experiment mit Papiergeld kam es während des US-amerikanischen Bürgerkrieges. Im Dezember 1861 wurde der Goldstandard aufgegeben, Zahlungen in Gold wurden eingestellt. Während der nächsten drei Kriegsjahre wurden beträchtliche Mengen an Papiergeld ausgegeben, die neuen US-amerikanischen Banknoten, die bald als »Greenbacks« bekannt wurden. Wie zu erwarten verloren die Greenbacks rasch an Kaufkraft und ihr Wechselkurs zum Gold verschlechterte sich deutlich. Die Greenbacks wurden zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt und 1863 sowie 1864 wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Goldmarkt zu manipulieren. Ziel dieser Aktivitäten war es, den Goldpreis nach unten zu drücken und Leute davon abzuhalten, Verträge auf Goldbasis auszustellen. Im Januar 1875 wurde das Specie Payment Resumption Act (Hartgeld-Zahlungswiederaufnahme-Gesetz) verabschiedet, aber die tatsächliche Wiederaufnahme der Zahlungen in Metallgeld erfolgte erst 1879. In diesem Jahr traten die Vereinigten Staaten dem klassischen Goldstandard bei, einem weltweiten Währungssystem, das zwar nicht perfekt war, aber während dem es zu einem bis heute nicht wiederholten Wirtschaftswachstum, Freihandel und harmonischen Währungsbeziehungen kam. Der Erste Weltkrieg machte diesem System ein Ende. Deutschland, Holland und Skandinavien entschieden sich bereits in den frühen 1870er-Jahren, dem Goldstandard Großbritanniens beizutreten, die Schweiz, Belgien und Frankreich folgten 1878. Nachdem die USA 1879 Mitglied wurden, folgten Österreich 1892, Japan 1897, Russland 1899 und Italien im Jahr 1900.

    Der klassische Goldstandard fiel mit der Zeit des klassischen Liberalismus zusammen, also einer kulturellen und politischen Haltung, die den Freihandel unterstützte und sich für eine Begrenzung der Einmischung des Staates in die Wirtschaft, eine Politik des Nichteingreifens, einsetzte. Der Erste Weltkrieg beendete diese Phase. Bereits in der zweiten Hälfte der Periode des Goldstandards ließ sich ein klarer Trend zu höherer Inflation erkennen, der jedoch im Vergleich zu derjenigen in Papiergeldsystemen immer noch mäßig war. Zu dieser geringen Inflation kam es, weil die staatliche Politik die Banken zunehmend zur Ausgabe von Umlaufmitteln ermutigte, ein Trend, der schließlich seinen vorläufigen Höhepunkt in der Entscheidung der USA hatte, sich im Jahr 1913 nun doch eine Zentralbank zu geben, das Federal Reserve System. Das neue Versprechen des Staates, für eine Absicherung der Banken bei ihrer Schaffung von Buchgeld zu sorgen, bot diesen natürlich einen starken Anreiz, mehr Geld zu schöpfen. Diese Geldvermehrung verursachte die wirtschaftlichen Verwerfungen, die zur Großen Depression führten.

    In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Inflationismus sowie der zunehmende Einfluss des Staates weltweit zu wichtigen Trends. Überall dominierte eine Abneigung gegen Gold und ein Hang zu staatlich steuerbarem Papiergeld. Deutschland gab 1914 den Goldstandard auf, um den Krieg besser finanzieren zu können. Nach dem Krieg setzte Deutschland zunehmend die Notenpresse ein, um Reparationszahlungen und andere Staatsausgaben zu finanzieren, was 1923 zu einer der spektakulärsten Hyperinflationen der Geschichte führte. Dieser Währungszusammenbruch erschütterte die deutsche Gesellschaft zutiefst und führte zu einer Verarmung des Mittelstandes. Die höchste monatliche Inflationsrate, die in Deutschland 1923 aufgezeichnet wurde, lag bei fast 30000 Prozent.

    Die russische Revolutionsregierung konfiszierte 1917 Gold in allen seinen Formen. Im Jahr 1924 verkündete der britische Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes, der Goldstandard sei zum »barbarischen Relikt« geworden. Angesichts der US-amerikanischen Wirtschaftskrise konfiszierte der frisch ernannte Präsident Roosevelt mittels der Verordnung 6102 (vom 5. April 1933) sämtliche Goldbestände, die US-amerikanische Bürger innerhalb der Grenzen der Vereinigten Staaten hielten; jeglicher Privatbesitz von Gold wurde unter Strafe verboten und die Bürger mussten ihre Goldbestände zu einem Zwangskurs gegen Papiergeld umtauschen. Diese Verordnung lief zwar nach einiger Zeit aus, aber eine Beschränkung des Goldbesitzes blieb bis 1974 in Kraft. Zu keiner anderen Zeit in der Geschichte war die Ablehnung von Warengeld so ausgeprägt und lang anhaltend wie im 20. Jahrhundert.

    In Deutschland erklärte der Ökonom und Nazi-Ideologe Werner Daitz während der Nazizeit: »In Zukunft wird Gold als Basis für die europäischen Währungen keine Rolle mehr spielen, denn eine Währung hängt nicht von ihrer Deckung ab, sondern von dem Wert, den ihr der Staat beimisst, oder in diesem Fall von der Wirtschaftsordnung, die vom Staat kontrolliert wird.«

    Nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Sowjetblocks nach 1989 wurde die parlamentarische Sozialdemokratie weltweit zum vorherrschenden Gesellschaftsmodell; sie kombiniert kapitalistische Elemente, insbesondere das private Eigentum von Produktionsmitteln, mit einem demokratisch legitimierten Interventionsstaat. Tendenziell sind bis jetzt in nahezu allen demokratischen Staaten die Staatsausgaben gestiegen, die Steuern angehoben worden und die Haushaltsdefizite gewachsen. Vor diesem Hintergrund dürfte es nicht überraschen, dass Versuche, den Einflussbereich des Staates dadurch einzuschränken, dass man ihn in das Korsett eines unflexiblen Warengeldsystems zwängte, nicht von langer Dauer waren. Seit 1971 herrscht weltweit ein Fiatgeld-Standard. Dass Richard Nixon die Verpflichtung der USA zum Umtausch der von ausländischen Notenbanken gehaltenen Dollarbestände eigenmächtig aufhob, hing auch in hohem Maße mit den steigenden Staatsausgaben zusammen, die der Vietnamkrieg verursachte. Das weltweite Papiergeldsystem hat seither einen zunehmenden Verlust der Kaufkraft des Geldes bewirkt, einen deutlich ausgeweiteten Finanzsektor und Staatsapparat sowie einen beträchtlichen Anstieg der Verschuldung, nicht zuletzt der Staatsschuld. Seit 1971 haben auch die Zahl und die Auswirkungen von Finanzkrisen auf der ganzen Welt beträchtlich zugenommen.

    Zusammenfassung

    Egal, wie viele Katastrophen ausgelöst wurden durch trügerische Wirtschaftsaufschwünge, schwere Rezessionen und hohe Inflation, die häufig zu einem völligen Zusammenbruch von Währungen und sozialen Strukturen führten, wollen Vertreter des Staates und deren Berater einfach nicht das Privileg aufgeben, nach Belieben Geld zu schöpfen und dadurch eine letztendlich unangemessene Kontrolle über die wirtschaftlichen Ressourcen und die Richtung der wirtschaftlichen Entwicklung auszuüben. Die zahlreichen Währungskatastrophen der Vergangenheit müssen, so die offizielle Lesart, durch die jeweilige Art der Umsetzung der Geldpolitik ausgelöst worden sein. Wäre nur das eine oder andere etwas anders gehandhabt worden, dann hätte elastisches Geld beträchtlich zur Wohlfahrt der Gesellschaft beitragen können. Wie gezeigt wurde, ist dies ein Mythos.

    Wie alle vorherigen Papiergeldsysteme kann unser derzeitiges System auf Dauer nicht bestehen. Es wird zu einer immer höheren Verschuldung, insbesondere des Staates, führen sowie zu wachsender wirtschaftlicher Instabilität. Das jetzige System hat bereits eine beträchtliche Strecke des Weges hin zu seinem unausweichlichen Untergang zurückgelegt.

    Aus “Das Ende des Scheins. Warum auch unser Papiergeldsystem zusammenbricht” von Detlev Schlichter, Seite 214 – 223, erschienen im Wiley-Verlag.

    Foto Startseite: © beermedia – Fotolia.com

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    Detlev S. Schlichter ist Autor und Anhänger der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Er war 19 Jahre als Händler und Portfolio-Manager in Frankfurt und London für J. P. Morgan, Merrill Lynch und Western Asset Management tätig. Im Jahr 2009 gab er seine leitende Position als Portfoliomanager auf, um sich ganz auf sein erstes Buch Das Ende des Scheins konzentrieren zu können. Detlev Schlichter lebt mit seiner Frau und drei Kindern im Londoner Stadtteil Hampstead. Zur Website von Detlev S. Schlichter gelangen Sie hier.

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    http://zuercherin.com/privatisiert-das-geld/

    Von Samuel Hofmann – Finanzkrise, Schuldenkrise, Enteignung: Unser staatsmonopolistisches Geldsystem führt von einer Katastrophe zur nächsten. Eine Privatisierung schafft wieder echtes Geld. (Dieser Artikel erschien am 3. Oktober 2013 in der Weltwoche.)

    Der Sündenbock war nach Ausbruch der Finanzkrise schnell gefunden. Die meisten Medien und Politiker beschuldigten den angeblich ungezügelten Kapitalismus als Verursacher der Spekulationsblase und der darauffolgenden Rezession. Wie üblich erklang der Ruf nach dem starken Interventionsstaat. Banken wurden gerettet und Unsummen von neuem Geld in die Märkte gepumpt. Die Gefahr scheint vorerst gebannt, und die Börsen boomen wieder. Die wirkliche Krisenursache, die zugleich Basis für den nächsten Crash ist, ging dabei vergessen: das staatliche Geldmonopol.

    Beim Geld herrscht keine freie Marktwirtschaft, sondern staatliche Planwirtschaft. Viele Menschen halten Geld für etwas Besonderes und deshalb für eine Staatsaufgabe. Dabei erfüllt echtes Geld alle Kriterien eines normalen Gutes, das von Individuen freiwillig getauscht wird. Da der Naturaltausch offensichtlich sehr unpraktisch ist, besteht ein Bedürfnis nach einem Gut, das man als breit akzeptiertes Tauschmittel einsetzen kann. In der Menschheitsgeschichte haben die verschiedensten Güter wie Weizen, Vieh oder Salz als Geld gedient. Doch besonders Silber und Gold haben sich im freien Wettbewerb als marktgängiger als andere Güter erwiesen. Edelmetalle sind leicht teilbar, nahezu unzerstörbar, vergleichbar, können nicht beliebig vermehrt werden und bestechen durch ihre Schönheit. Aufgrund der Nachfrage bildete sich mit der Zeit ein Austauschverhältnis zu anderen Gütern: die Preise, ausgedrückt in Gold oder Silber. Preise sind die wichtigste Information über die relative Knappheit eines Gutes. Kein Staat hätte von heute auf morgen ungedecktes Papiergeld einführen können, die Menschen hätten das Papier nicht als Wert in der vom Staat beabsichtigten Höhe anerkannt. Als der für seine sexuellen und finanziellen Eskapaden bekannte persische König Gaichatu im Jahr 1294 die leere Staatskasse durch die Ausgabe von ungedecktem Papiergeld füllen wollte, kam es zum Chaos auf den Basaren, und die Untertanen rebellierten. Das Experiment dauerte nur wenige Monate und endete mit Gaichatus Tod. Über Hunderte von Jahren war Papiergeld lediglich als Quittung für einen wirklichen Wert akzeptiert, sprich als Anspruch auf physisches Gold, welches bei Banken eingelagert war.

    Die Geschichte des Geldes war denn auch ein langsamer Ablösungsprozess von den ursprünglich freien Geldgütern über ein feudal kontrolliertes Münzwesen zum staatlichen (Teil-)Goldstandard und schliesslich zur heutigen Zeit der ungedeckten Papierwährungen. Die wesentliche Erkenntnis dabei ist, dass sich Geld ursprünglich spontan am Markt gebildet hat. Das bessere Geld hat sich gegenüber dem schlechteren Geld durchgesetzt. Diese Regel des freien Wettbewerbes kehrte sich allerdings in ihr Gegenteil um, sobald ein Herrscher auf die Idee kam, nur noch offizielle Münzen zuzulassen und einen gesetzlichen Annahmezwang für diese einzuführen. Zwecks Kriegs- und Herrschaftsfinanzierung fingen die Machthaber nämlich an, die Reinheit der Edelmetallmünzen zu verfälschen, um mehr Münzen herausgeben zu können. Der Reinheitsgrad und somit der eigentliche Tauschwert nahm laufend ab, der nominelle Wert der Münzen wurde dagegen beibehalten.

    Dies hatte zur Folge, dass sich im täglichen Gebrauch die schlechten Münzen durchsetzten, da die reinen Münzen von den Menschen zurückgehalten wurden. Letztendlich stiegen, wie immer bei einer künstlichen Ausweitung der Geldmenge, die Preise aller anderen Güter. Mit der Einführung des Papiergeldsystems kann dieser Inflationsmechanismus nun auf die Spitze getrieben werden. Das Geld ist durch nichts mehr gedeckt und die jeweilige staatliche Währung praktisch überall alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Die Ausgabe privater Noten und Münzen ist grundsätzlich verboten (wobei immerhin gewisse Graubereiche existieren). Die Notenbanken sind zwar meist formell unabhängig, ihre Direktorien werden jedoch von den Regierungen ernannt und handeln dementsprechend auch uneingestanden in deren Interesse. Es reicht heute der Knopfdruck eines Notenbankers, um neues Geld in Umlauf zu bringen.

    Das ist praktisch für die Regierungen, die sich mit der Ausgabe von ungedecktem Papiergeld leichter verschulden und so die Menschen fast unbemerkt enteignen können, ohne dass sie unbeliebte Steuern erheben müssen. Es lassen sich so Wahlversprechen und aufgeblähte Staatsapparate auf Pump finanzieren. Praktisch ist es auch für die Banken, die das Privileg besitzen, als Erste neugeschaffenes Geld von der Notenbank zu bekommen. Damit können sie zu noch günstigen Konditionen – also bevor die Preise steigen – gewinnbringende Investments tätigen. Mit Verzögerung folgt auf eine Ausweitung der Geldmenge dann die Preisinflation, zum Nachteil jener, die das neue Geld später erreicht. Da modernes Geld an sich keinen Wert hat, sondern zum Tausch realer Güter und Dienstleistungen dient, schafft eine Erhöhung der Geldmenge keinen realen Wohlstand – wenn dem so wäre, wäre Simbabwe heute die erfolgreichste Volkswirtschaft der Welt –, sondern verteilt ihn lediglich neu. Nämlich von den Bürgern, den Verlierern, zu den der Zentralbank nahestehenden Institutionen, den Gewinnern.

    Die Geldschöpfung endet aber nicht bei der Notenbank, sondern fängt danach erst richtig an. Da das monopolisierte Geld alleiniges Zahlungsmittel innerhalb eines Landes ist, müssen sich die Banken dieses Landes nicht vor der Konkurrenz durch besseres Geld fürchten und haben keinen Anreiz an einer Wertstabilisierung ihrer Kundeneinlagen. Sie können es sich daher leisten – und der Staat erlaubt es ihnen auch explizit als Privileg –, ein Teilreservesystem zu führen. Die privaten Banken verleihen das ihnen anvertraute Geld grösstenteils weiter, auch wenn es sich dabei um Sichteinlagen handelt, welche jederzeit vom Kunden beansprucht werden können und die Bank so eigentlich chronisch insolvent wird. Das verliehene Geld landet erneut bei einer Bank, die es wiederum verleiht, und so weiter. Die Geldmenge wird nochmals um ein Vielfaches erhöht. Bei einer Mindestreserve von beispielsweise 2,5 Prozent hat das Bankensystem die Möglichkeit, aus einer Einlage von 100 Franken neues (Kredit-)Geld in der Höhe von 4000 Franken zu schaffen. Die privaten Banken geniessen somit das Privileg, neues Geld aus dem Nichts zu schöpfen und dabei von den Zinseinnahmen auf das Nichts zu profitieren.

    Hinter dem neuen Geld stehen keine real erarbeiteten Ersparnisse mehr. Echte Ersparnisse sind zurückgehaltener Konsum. Mit ihnen lassen sich Investitionen tätigen, welche im Erfolgsfall die Volkswirtschaft mehr benötigte Güter produzieren lassen. Der vor Enteignung sichere Kapitalaufbau ist eine wichtige Voraussetzung für unseren Wohlstand. Wir würden heute noch in Höhlen leben, hätten unsere Vorfahren nie für Investitionen gespart, sondern immer alles gleich konsumiert. Hingegen stehen die Investitionen, die durch Geldschöpfung aus dem Nichts finanziert werden, auf wackligen Füssen. Denn genauso wie sich die Geldmenge aus dem Nichts ausdehnt, kann sie sich bei aufkommenden Unsicherheiten wieder schlagartig ins Nichts zusammenziehen. Das Geld ist dann buchstäblich weg. Es kommt zu einer Kreditkrise und zu Deflation. Im Gegensatz zu einer natürlich sanften Preisdeflation (die bei einer angenommen gleichbleibenden Geldmenge durch ein erhöhtes Güterangebot und Produktivitätsfortschritte entstehen würde und die Menschen so am wachsenden Wohlstand partizipieren lässt) ist diese abrupte Deflation infolge der vorausgehenden Inflation höchst schmerzhaft.

    Am Anfang des Prozesses stehen eine Geldmengenerhöhung und manipulierte Zinsen der Notenbanken. Zinsen sind der Preis für Kreditgeld und sollten eigentlich dessen relative Knappheit ausdrücken. Künstlich niedrige Zinsen wirken ökonomisch wie ein Höchstpreis: Sie halten Anbieter vom Anbieten ab und regen gleichzeitig Nachfrager zum Nachfragen an – ein permanentes Ungleichgewicht. Selbst der klügste Notenbanker kann die Zinsen nicht so steuern, wie dies ein freier Markt mit realem Angebot und realer Nachfrage machen würde. Die Zinsen können ihre Koordinationsfunktion nicht mehr wahrnehmen. Die Unternehmer werden durch die Marktverzerrung zu Fehlinvestitionen verleitet, die sich beim unvermeidlichen Anstieg des Preis- und Zinsniveaus als nicht mehr rentabel herausstellen. Die grosse Blase bildet sich meist auf den Immobilien- und Finanzmärkten. In den offiziellen Teuerungsstatistiken werden diese Vermögenspreise denn auch nicht ausgewiesen, sondern lediglich die Konsumpreise.

    Ökonomen der österreichischen Schule wie Ludwig von Mises oder Friedrich A. von Hayek, welcher die «Entnationalisierung des Geldes» in seinem gleichnamigen Buch forderte, haben die verheerende Wirkung der geldpolitisch erzeugten Blasen früh erkannt. Roland Baader, ein Vertreter dieser Denkrichtung, zeigt in seinem Buch «Geldsozialismus» minutiös auf, wie die inflationäre Geldpolitik des Fed nach dem Platzen der Dotcom-Blase – die Zinsen wurden von 6,5 Prozent auf 1 Prozent gesenkt – hauptverantwortlich für die Finanzkrise seit 2008 ist. Da die notwendigen Anpassungen bei einer Kreditkrise wie erwähnt schmerzhaft, wenn auch folgerichtig sind, wird die Korrektur mit immer höheren Notenbankinterventionen übertüncht. Auf die Intervention folgt der nächste, noch grössere Crash. Der Brandstifter wird zum Feuerwehrmann wird zum Brandstifter wird zum Feuerwehrmann. Ein instabiles, zwischen Boom und Bust schwankendes, semisozialistisches Wirtschaftssystem.

    Wie bei allen Gütern, die Menschen freiwillig miteinander tauschen, schafft der freie Markt auch beim Geld bessere Lösungen als staatliche Orchestrierung. Ein solches System wird als «Free Banking» bezeichnet und darf keine staatlichen Privilegien für Banken beinhalten. Die Menschen hätten wieder die freie Wahl, was sie als Geld akzeptieren und was nicht. Geld, welches ständig an Kaufkraft verliert, wird sich kaum lange im Wettbewerb halten können. Auch heute würde sich in einem freien Markt voraussichtlich goldgedecktes Geld durchsetzen. Doch sind auch jederzeit andere Güter oder Indizes als Alternative denkbar, sollten die Menschen zur Ansicht gelangen, dass diese als Geld geeignet sind. Eine grenzenlose Kreditgeldexpansion mit den Sichteinlagen des Kunden ist ein Betrug an diesem und würde eine Bank ohne staatliche Privilegien vertragsbrüchig, konkurrenzunfähig und insolvent machen. Kredite müssten aus Termingeldern oder anderen vertraglich vom Kunden der Bank zu diesem Zweck und zu Marktzinsen bereitgestellten Mitteln bestehen. Die schädliche Umverteilung würde wieder einem fairen Wettbewerb weichen. Freies Marktgeld ist die einzige Chance, der staatlichen Interventionsspirale zu entkommen und wieder eine auf Freiheit und Eigentum beruhende Ordnung aufzubauen.

    Dieser Artikel erschien am 3. Oktober 2013 in der Weltwoche.

    Bild: Flickr von Steven Depolo

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  13. schotti sagt:

    EZB-Chef Draghi : “ Die Zentralbank werde alles tun, die Inflation anzukurbeln “ …

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/marktberichte/Dax-schaltet-in-den-Rally-Modus-article14007541.html

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