Welches Risiko besteht für mich ?

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/9/91/Strahlenbelastungen.pngStrahlenbelastung

Um die Zahlen zu erkennen klicke ich auf die Grafik und auf die linke Maustaste.

Ich bin überrascht, dass mein Körper durch Tschernobyl, alle AKWs und die früheren Bombentests

heute nur noch mit 0,6 % + 0,3 % + 0,3 %  belastet wird.

Das  kann ich kaum glauben und googele weiter:

 

„Die Strahlenbelastung durch den Reaktorunfall für die Menschen in Deutschland beträgt heute 0,01 mSv pro Jahr“

http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2006/0411/005_tschernobyl_noflash.jsp

 

 

Radioaktive Strahlung im Alltag

Was der Körper aushält

  • SendeterminDienstag, 11. April 2006, 21.00 – 21.45 Uhr .

Ist die Menge radioaktiver Strahlung, die wir im Laufe eines Jahres aufnehmen, gefährlich? Welchen Einfluss hat die Röntgenuntersuchung beim Arzt auf unsere Strahlenbelastung? Spielt es eine Rolle, wie oft Sie mit dem Flugzeug verreisen? Gefährden das Reaktorunglück von Tschernobyl und Atomwaffentests unsere Gesundheit? Diese und viele andere Fragen beantworten wir im folgenden Text:

Kosmische Strahlung

; Rechte:

Es ist tatsächlich nicht ganz unwesentlich, in welcher Höhe über dem Meeresspiegel sie sich aufhalten. Je höher sie kommen, desto stärker wird Ihre Belastung durch die kosmische Komponente der Strahlenbelastung. In Meereshöhe wird eine effektive Dosis von 0,24 mSv pro Jahr gerechnet. In 3.000 Metern Höhe steigt diese Belastung an bis auf 1,1 mSv pro Jahr. Somit steigt auch Ihre Strahlenbelastung, wenn Sie sich häufig zum Skifahren oder Wandern in größeren Höhen aufhalten. Allerdings ist der Einfluss so gering, dass Sie sich wegen ihres Urlaubes keine Sorgen machen müssen.

In großen Höhen ist der menschliche Körper der kosmischen Strahlung in besonderem Maße ausgesetzt. Die Erdatmosphäre ist in größerer Höhe dünner und schützt nicht mehr so effektiv gegen die Strahlung. Deshalb spielen bei Reisen mit dem Flugzeug vor allem die Flughöhe, die Flugdauer und die Flugroute eine wichtige Rolle.

Die radioaktive Belastung bei Langstreckenflügen ist am höchsten. Flüge über die Pole bzw. in deren Nähe sind wesentlich strahlenbelasteter als ein Flug, der diese Regionen ausspart. So ist die Strahlenexposition bei einem Flug von Europa nach New York doppelt so hoch wie bei einem Flug nach Südamerika.

Die Strahlenbelastung ist natürlich besonders hoch für Pilotinnen und Piloten, Stewardessen und Flugbegleiter. Die durchschnittliche Jahresdosis für diese Berufsgruppen liegt bei etwa 1,9 mSv pro Jahr. Bei maximal 875 Flugstunden pro Jahr kann es immerhin zu Belastungen bis zu 8 mSv in diesem Zeitraum kommen. Allerdings wird dieser Wert tatsächlich nicht erreicht. Insgesamt werden in Deutschland knapp 30.000 Menschen in fliegenden Berufen auf ihre Strahlenbelastung getestet. Die höchste Jahresdosis des Jahres 2004 lag bei 5,7 mSv. Der Grenzwert liegt, wie bei allen beruflich besonders exponierten Menschen, bei 20 mSv – also ein Vielfaches höher.

Terrestrische Strahlung

; Rechte:

Die jährliche Strahlendosis durch terrestrische Strahlung variiert in Deutschland stark. Durchschnittlich wird sie mit 0,41 mSv angegeben. Jedoch ist es sehr wichtig, wie sich die geologische Zusammensetzung des Untergrundes gestaltet. So ist die natürliche Belastung im Erzgebirge und im Schwarzwald am höchsten. In diesen Regionen gibt es besonders reiche Vorkommen bestimmter Erze, die erhöhte Konzentrationen radioaktiver Elemente aufweisen.

Dem größten Teil der jährlichen terrestrischen Strahlenbelastung sind wir allerdings in unseren Wohnungen ausgesetzt. Aus zwei Gründen: zum einen gibt es in den Baumaterialien unserer Häuser radioaktive Elemente. Besonders sticht dabei Granit hervor.

Eine große Rolle für die terrestrische Belastung spielt Radon-222. Dabei handelt es sich um ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall der verschiedensten anderen Elemente entsteht. es ist sehr gut wasserlöslich und wird deshalb gut im Boden und im Grundwasser gespeichert. In Häusern mit feuchten und schlecht abgedichteten Kellern ist die Radon-Belastung deshalb besonders hoch. Das Gas sickert mit dem Wasser in die entsprechenden Keller. Das Wasser verdampft und zurück bleibt das radioaktive Gas. In Häusern mit trockenen Kellern und in den oberen Etagen eines Hauses ist somit die Belastung durch Radon am geringsten.

Strahlenbelastung in der Medizin

; Rechte:

Der Einsatz radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung in der Medizin macht einen ganz beträchtlichen Teil der jährlichen Strahlenbelastung aus. Praktisch die gesamte zivilisatorische Strahlenbelastung geht auf medizinische Anwendung zurück. Und das sind immerhin 1,9 mSv pro Jahr.

Den größten Anteil daran hat die Untersuchung mit Röntgenstrahlung. Jeder Bundesbürger wir im Durchschnitt 1,8 mal pro Jahr geröntgt. Der Trend ist dabei leicht rückläufig. Eigentlich müsste damit auch die jährliche Strahlenbelastung durch medizinische Anwendungen zurückgehen. Dies ist aber nicht der Fall, denn in den letzten Jahren bekommt eine andere medizinische Untersuchungsmethode immer mehr Bedeutung, die auch mit Röntgenstrahlen arbeitet: die Computertomografie. Zwar wird weit weniger mit dieser Methode untersucht als mit herkömmlicher Röntgenuntersuchungen. Doch bei der Computertomografie erfahren die Patienten eine wesentlich höhere Strahlenbelastung als beim Röntgen. Somit blieb also die durchschnittliche Dosis in den letzten Jahren weitgehend stabil. Auffällig ist dennoch, dass der Einsatz von Röntgenuntersuchungen im Bauchraum – in dem die meisten lebenswichtigen Organe liegen – seltener wurde. Hier geht der Trend schon seit längerem zu Methoden, die ohne ionisierende Strahlen auskommen, wie etwa Ultraschall, Magnetresonanztomografie und Endoskopie.

Besonders hohe radioaktive Belastungen werden den Patienten bei der Anwendung radioaktiver Arzneimittel zugemutet. Besonders bei der Diagnose von Krebserkrankungen sind derartige Substanzen unverzichtbar.

In Deutschland werden etwas mehr als 300.000 Menschen überwacht, da sie in ihrem Beruf einer erhöhten Strahlendosis ausgesetzt sein könnten. Der größte Teil ihnen arbeitet in medizinischen Berufen – gut 240.000.

Strahlenbelastung in der Nahrung

; Rechte:

Die Aufnahme radioaktiver Stoffe durch die Nahrung führt zu einer durchschnittlichen Strahlenbelastung von 0,3 mSv pro Jahr. Sie wird zur natürlichen Strahlenbelastung gezählt. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl waren einige Grundnahrungsmittel kurzfristig stärker belastet als sonst. So wurden die Grenzwerte für Milch, Gemüse, Getreide, Obst und Fleisch damals teilweise erreicht oder kurzfristig sogar überschritten. Heute ist die zusätzliche Belastung der Nahrungsmittel durch den Unfall in der Ukraine nur noch sehr gering. Ausnahmen gibt es dennoch: so ist das Fleisch von Wildtieren aus dem Bayrischen Wald zum Teil noch erheblich belastet. Besonders gilt dies für das Fleisch von Wildschweinen. Außerdem sind im gleichen Gebiet noch einige Pilzsorten stärker belastet. Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz sei nicht damit zu rechnen, dass die Belastung des Wildfleisches und bestimmter Pilze im Bayrischen Wald in den nächsten 20 Jahren erheblich zurückgeht.

Strahlenbelastung durch Kernkraft

; Rechte:

Hier fassen wir für Sie drei verschiedene Belastungen zusammen: spielt es eine Rolle, wenn Sie in der Nähe eines deutschen Kernkraftwerkes wohnen? Hat die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch Auswirkungen auf unsere Strahlenbelastung? Und, wie groß sind die Auswirkungen von Kernwaffentests?

Die deutschen Kernkraftwerke und ihre direkte Umgebung werden sehr aufmerksam überprüft und auf mögliche Strahlenbelastungen vermessen. Dabei wird genau darauf geachtet, wie viel Radioaktivität über die Luft und über Abwasser aus den Anlagen austritt. Auch Brennstoff-Zwischenlager und Nuklear-Forschungszentren stehen dabei immer unter besonderer Beobachtung. Die durchschnittliche Belastung liegt nach dem Parlamentsbericht „Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung 2004“ bei 0,01 mSv pro Jahr.

Die heute noch messbaren Strahlenbelastungen durch den Reaktorunfall in Tschernobyl beschränken sich inzwischen ausschließlich auf die Bodenverunreinigungen mit Cäsium-137. Dieses Element hat eines Halbwertzeit von 30 Jahren und wurde 1986 in den Tagen nach der Katastrophe von Tschernobyl in großem Maßstab über ganz Europa verteilt. In Deutschland ist die Belastung in Südbayern, im Bayrischen Wald, in einigen Teilen Frankens und wenigen Gebieten zwischen Magdeburg und Schwerin am höchsten. Die Belastung geht in jedem Jahr um 2,3 Prozent zurück; immerhin liegen aber noch über 60 Prozent des 1986 verteilten Cäsium-137 in den Böden. Die Strahlenbelastung durch den Reaktorunfall für die Menschen in Deutschland beträgt heute 0,01 mSv pro Jahr. Direkt nach dem Unfall lag sie bei 0,07 mSv pro Jahr.

Zwischen 1946 und 1980 wurden unzählige Atomwaffen oberirdisch getestet. Die USA, Großbritannien, Frankreich, die Sowjetunion, China und Indien nutzten in diesem Zeitraum die Abgeschiedenheit von Wüsten, Atollen und Steppen, um die vernichtenden Waffen zu erproben. Bei jedem dieser Tests wurde auch immer radioaktives Material in die Atmosphäre getragen und verteilte sich von dort aus über weite Bereiche des Globus. Der auf diese Tests zurückzuführende Teil der Umweltradioaktivität geht immer weiter zurück und beträgt zur Zeit 0,01 mSv pro Jahr. Inzwischen dürfen Atomwaffen nur noch unterirdisch getestet werden.

Über schotti

* geb. 1949 in Berlin * 1967-1971 Physikstudium an der Humboldt-Universität Berlin * 1975 Diplom in München * 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI für Astrophysik in Garching * 1977-1978 Redakteur beim Elektronik Journal München * 1979-1988 Aufbau eines Bauhandwerkbetriebes in München * 1989-1990 Songwriter/Sänger in San Diego (USA) * 1991-heute eigenfinanzierte Forschungsarbeit in Berlin

2 Kommentare zu Welches Risiko besteht für mich ?

  1. schotti sagt:

    Von den insgesamt etwa 70 PBq Cäsium 137 (1 Peta-Becquerel entspricht 10 hoch 15 Becquerel, d.h. einer Billiarde Becquerel), die in Tschernobyl freigesetzt wurden, sind etwa 1,76 PBq – also etwas mehr als zwei Prozent – in Österreich deponiert worden. Die mittlere Flächenbelastung Österreichs mit Cäsium 137 betrug 21 kBq/m2 (21.000 Becquerel pro Quadratmeter). Quelle: UBA

  2. schotti sagt:

    Die japanische Regierung hat ihre Evakuierungsempfehlung für Gebiete im Umkreis zwischen 20 und 30 Kilometern um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima aufgehoben. Die Regierung werde den aus Angst vor den radioaktiven Strahlen geflohenen Menschen helfen, sicher wieder zurückzukehren. Vor dem Erdbeben lebten in der Region 59.000 Menschen. Aus dem AKW entweicht weiter Radioaktivität, wenngleich erheblich weniger als noch zu Beginn der Katastrophe. Nach offiziellen Angaben liegt die Konzentration bei 200 Millionen Becquerel pro Stunde. Das sei ein 4-Millionstel der radioaktiven Menge vor knapp sieben Monaten. (ntv 30.9.2011)

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