Ohne Vulkanismus – kein Leben ? No life – without volcanism ?


„200 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr“

gelangen laut dieser Sendung http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1843264/Projekt-Erde  vulkanisch in die Atmosphäre.

Auf Seite 62 meines Buches PRIMA KLIMA veröffentlichte ich 1992 die von Seyfritz / Enquete-Kommission angegebene Zahl von 100 Mio t Kohlenstoff, die jährlich durch Silikatverwitterung verloren gehen: 2 CO2 (aus der Luft) + H2O (Regen) + CaSiO3 (im Gestein/Gebirgen) = Ca(HCO3)2 + SiO2. Im Laufe der Jahrmillionen sedimentierte das CaCO3 abgestorbener Organismen. So bildeten sich mächtige Muschelkalkablagerungen und Gebirge auch bei einer nur geringen Sedimentationsrate von zB 0,1 GtC/a . Jedes einzelne dieser „beerdigten“ Kohlenstoff-Atome war früher einmal in der Atmosphäre.

Woher kommt der Nachschub ?

Ohne Vulkanismus … würden bei 0,1 GtC/a Sedimentation  innerhalb von 8000 Jahren die heutigen 800 Gigatonnen C in der Atmosphäre und die daran gekoppelten etwa 40.000 GtC des im Ozean gelösten Kohlenstoffs innerhalb der nächsten 408.000 Jahre verloren gehen :

Ohne CO2 gibt es keine Photosynthese … keine Algen … keine Fische … keine Pflanzen … keine Menschen …

CaCO3  + CO2 + H2O = Ca(HCO3)2 /Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht ……  http://www.schottie.de/?p=650

Foto: Thomas Glatzer. CO2-Basisexperiment. Serie von mir durchgeführten Experimenten zum Kohlenstoffkreislauf in der Natur. Die 500 Gramm Wasser in der Flasche simulieren den Ozean. Die 1500 ccm Luft die Erdatmosphäre (Schottis „Klimaglobus“, Massstab 1 : 2 x 10^21 by volume).

Gibt es noch eine zweite CO2-Quelle ? Biogene Säuren, die Kalkstein zersetzen ? Die jährlich 0,1 GtC = 0,35 GtCO2 nachliefern ?:

\mathrm{2 \ CH_3COOH + CaCO_3 \longrightarrow Ca^{2+}_{\ (aq)} + 2 \ CH_3COO^-_{\ (aq)} + CO_2 + H_2O}

Seitdem der Ozean kalt genug war und es Algen gibt , also seit ca. 1 Mrd Jahren, entstand aus einer CO2-N2-Uratmosphäre durch Photosynthese, Silikatverwitterung und  Sedimentation toter Biomasse unsere jetzige 0,038% = 380 ppm-CO2-Lufthülle.

Und dieses http://de.wikipedia.org/wiki/Kalkgestein :

„Der überwiegende Teil der Kalksteine ist  biogenen Ursprungs, das heißt er wurde von Lebewesen gebildet und abgelagert….“

Hier die Seven Sisters an der südenglischen Kreideküste Foto: http://de.wikipedia.org/wiki/Kalkstein

Wir sollten für jede vom Menschen emittierte Gigatonne Kohlendioxyd dankbar sein. Ich vermute sogar weiter -These 38 –  dass sich das Leben auf einem „CO2-Hungerplaneten“ wie der heutigen Erde nicht entwickelt hätte.

Hier auf meinem Schreibtisch liegt eine DVD mit der Videoaufnahme meines 2-Stunden-Vortrages DAS MÄRCHEN VON DER KLIMAKATASTROPHE. Die 70 interessierten Zuhörer fanden damals auf  Ihrem Stuhl  – wie eine Zeitung – diese 37 Thesen:

http://www.schottie.de/?p=46

Über schotti

* geb. 1949 in Berlin * 1967-1971 Physikstudium an der Humboldt-Universität Berlin * 1975 Diplom in München * 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI für Astrophysik in Garching * 1977-1978 Redakteur beim Elektronik Journal München * 1979-1988 Aufbau eines Bauhandwerkbetriebes in München * 1989-1990 Songwriter/Sänger in San Diego (USA) * 1991-heute eigenfinanzierte Forschungsarbeit in Berlin

5 Kommentare zu Ohne Vulkanismus – kein Leben ? No life – without volcanism ?

  1. schotti sagt:

    Unterhalb der sogenannten Carbonatkompensationslinie wird aufgrund des Wasserdruckes das Calciumcarbonat vollständig gelöst, so dass die Sedimente unterhalb dieser Linie stets carbonatfrei sind. Die Tiefe der Carbonatkompensationslinie schwankt; sie liegt zum Beispiel in den Tropen zwischen 4500 und 5000 Meter Wassertiefe…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kalkstein

  2. schotti sagt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Carbonat-Silicat-Zyklus

    Mit Carbonat-Silikat-Zyklus bezeichnet man in der Chemie einen geochemischen, zyklischen Wechsel von Silikaten zu Carbonaten (und umgekehrt) unter dem Einfluss von Kohlensäure bzw. Kieselsäure. Der Carbonat-Silikat-Zyklus produziert etwa 80 Prozent des Kohlenstoffdioxids, das zwischen Gestein und Atmosphäre im Laufe von schätzungsweise mehr als 500.000 Jahren ausgetauscht wird….

  3. schotti sagt:

    Betreff: Megavulkane
    http://www.zdf.de/ZDFinfo/Katastrophen-der-Erdgeschichte-25480430.html
    Im Perm-Zeitalter erlebte die Erde ihre bislang größte Katastrophe. Vor rund 250 Millionen Jahren kam es zu einem dramatischen Massensterben, bei dem 90 Prozent aller Meeresbewohner …
    „30 B-illionen Tonnen“ Methanhydrat am Ozeanboden ?
    : 350.000.000.000.000 m^2 = 85 kg/m^2 ?????
    http://de.wikipedia.org/wiki/Methanhydrat
    … wurden in Alaska große Felder in Tarn[1] und Eileen an der Prudhoe Bay gefunden mit mindestens acht großen Flözen in 300 bis circa 800 Meter Tiefe und etwa 40–60 Milliarden Kubikmeter Gashydrat. Auf der Grundlage neuster wissenschaftlicher Berechnungen nehmen Forscher an, dass sich unter der Eisschicht der Antarktis etwa 4 Milliarden Tonnen Methanhydrat befinden…
    Das ist eine Weltjahresproduktion Erdöl und lohnt den Aufwand wohl nicht…

    Japan untersucht die Sande des Nankai-Grabens, die etwa 20 Prozent Gashydrat enthalten. Erstmals birgt Japan 2013 Methanhydrat aus 1000 m Tiefe, 330 m unter dem Meeresboden 80 km vor der Küste aus der Tiefsee.[8][9]

    Offenbar gibt es weit mehr Methanhydrat als bisher vermutet. Auch im Mittelmeer wurde aufsteigendes Methan entdeckt…

    Die erste und einzige industriell-kommerzielle Anlage auf der Erde, in der Methanhydrat abgebaut wird, befindet sich im sibirischen Krasnojarsk. In Japan, dem norwegischen Spitzbergen und weiteren Ländern wird bereits intensiv geforscht…
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sibirischer_Trapp
    Die heute noch von den Basalten eingenommene Fläche ist etwa 2 Millionen Quadratkilometer groß
    Die maximale Mächtigkeit des Trapps beträgt in der Gegend von Norilsk und der Flüsse Maimetscha und Kotui mehr als 3.000 m, Schätzungen nennen eine kombinierte Gesamtmächtigkeit des Trapps von bis zu 6.500 m. Die daraus abgeleitete Menge an ausgeflossener Basaltlava beträgt etwa eine Million bis vier Millionen Kubikkilometer.[1] Das vulkanische Ereignis dauerte etwa eine Million Jahre….
    4 km^3 / Jahr ………………. xyz km^3/Jahr

  4. schotti sagt:

    ….Aus anthropogenen Quellen stammen etwa 35 % der Gesamtschwefeldioxidemissionen von etwa 400 Mio. Tonnen SO2

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefel

  5. schotti sagt:

    http://www.deutschlandfunk.de/mehr-co2-bedeutet-weniger-proteine-im-weizen.676.de.html?dram:article_id=239527

    Ich stelle richtig:

    1. Ernten wir heute dreimal soviel Weizen pro Hektar als vor einhundert Jahren.

    2. Würde ein anderes „Forschungs“ergebnis nicht finanziert.

    Beispiel: http://www.schottie.de/?p=9803

    CO2freundliche Ergebnisse kommen seit Jahrzehnten nicht in die Medien
    …und damit in Dein Gehirn.

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