Gedanken zum 3. Oktober


Die Sonne scheint auf meinen Schreibtisch.
Ich bin gesund. Alle Rechnungen sind bezahlt. Mir geht es gut.

Besser als am Tag des Mauerfalls ?

Als ich in 13 Stunden Arbeit mein schönes Lied NOVEMBER 9 schrieb, übte und auf einem Klavier stehend im Pub PRINCESS OF WALES in San Diego zur Mitfreude  von ca. 200 leicht angetrunkenen Amerikanern aufführte ?

Bevor ich mir hier für Sie zum Nulltarif die Finger wundtippe, sollte ich diese sonnige Stunde nutzen, mir mein Fahrrad schnappen zum Sportplatz fahren und ein paar Runden rennen. Anschliessend steht die Apfelernte in meinem Garten an. Ich melde mich gleich wieder……

Stunden später:

One apple a day keeps the doctor away !

20 cent pro Apfel … steht jetzt auf meinem extra dorthin gestellten Verkaufstisch  im Vorgarten.

Unternehmerisch lohnt sich das nicht – Leiter, Kettensäge, Ernte, Verkaufsarbeit … aber das ist mir egal.

Wenn niemand kauft esse ich diese knackigen kerngesunden Bosköppe einfach selber.

Beim Joggen vorhin hab ich mich diesmal getraut …

… und baggerte vom Fahrrad aus vorsichtig eine fremde hübsche Frau im Wald an.

Sie entpuppte sich als verheiratet, kein weiterer Kinderwunsch … also nicht mein Beuteschema.

Ich begleitete sie trotzdem 15 min lang auf dem Fahrrad, stoppte ihre Rundenzeit und interviewte die Dame.

Sie arbeitet im Öffentlichen „Dienst“.

Die kurze Diskussion war insofern interessant, weil sie auffrischte, was ich schon lange weiss:

Dieser Staat ist verfault an Haupt und Gliedern.

Ich habe vor 5 Jahren den Grabstein meiner Mutter selbst gemeisselt. Und damit 500 Euro für mich erarbeitet.

Ich meissele jetzt und hier ins Internet:

Bundes“republik“ Deutschland

              1949 – 201


Obstpflücker – 3,99 Euro – lese ich im Baumarkt.

Ich muss also 20 Äpfel verkaufen um diese 4 Euro zu erwirtschaften.

Mit der Lupe entdecke ich – 1 mm kleinstgedruckt – Made in China.

 

Wo sonst ?

 

Ich schaue mir den Obstpflücker genauer an:

 

Vor mir liegen 0,1 m^2 Stoff und 200 Gramm Stahlblech.

Geformt und lackiert.

Irgendwo in den Weiten Chinas.

Selbst locker gestapelt passen 20.000 Stück in einen Überseecontainer.

50 cent bekommen grob geschätzt die Chinesen, 20 cent (4000 Euro/20000 Stück)  kostet der Transport, 250 cent bekommt das Handelsunternehmen wo ich heute kaufte und der Staat 80 cent MWSt.

Nein mehr. Der Staat kassiert pi mal zwei Daumen 40 % dieser 250 cent, in denen die Bruttolöhne vieler netter Baumarktmitarbeiter stecken, an Lohnnebenkosten, eher mehr.

 

Bevor ich Sie hier weiter kostenlos entertaine (meine Kontonummer finden oben rechts im Internet-Buchregal) , sollte ich den neuen Stecker an das alte 50 Meter Kabel anschliessen.

Gummikupplung …  IP 20 3 x 2,5 mm^2 … KOPP GERMANY

 

Really ?

 

Einen Tag später:

 

50 Jahre B“R“D kosteten 10 Millionen Arbeitsplätze.

 

In den Wirtschaftswunderjahren strömten Millionen Gastarbeiter ins Land.

Jetzt gibt es angeblich für 6 + x Millionen keine Arbeit.

 

Ich pflücke hier gerade für 10 cent die Stunde Äpfel.

 

Das  ist meine APPLE Erfolgsstory 🙂

 

 

Über schotti

* geb. 1949 in Berlin * 1967-1971 Physikstudium an der Humboldt-Universität Berlin * 1975 Diplom in München * 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI für Astrophysik in Garching * 1977-1978 Redakteur beim Elektronik Journal München * 1979-1988 Aufbau eines Bauhandwerkbetriebes in München * 1989-1990 Songwriter/Sänger in San Diego (USA) * 1991-heute eigenfinanzierte Forschungsarbeit in Berlin

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