Ich habe beim Sport viel gelernt


Heute zum Beispiel, nach Analyse meiner Trainingszeiten, dass ich 62 bis 85 Jahre alt werde.
Heute 🙂 … bin ich 62.

Ich führe seit vielen Jahren Sporttagebuch und beobachte Puls, Leistung u.v.a.m.

Wenn ich für mich ganz alleine im Wald oder sonstwo versuche, so schnell wie ich kann von A nach B zu kommen, über einen Bach zu springen oder den Stein da möglichst weit zu werfen…. spätestens dann weiss ich wo der Hammer hängt.

Man lernt Bescheidenheit…und wird manchmal belohnt mit diesem herrlichen FLY-Gefühl

Man sah es, als Usain Bolt bei seinem Weltrekord die letzten 40 Meter durchtrudelte.

Ich hatte es, als ich in nach jahrelangem Training  – unterbrochen durch 18 Monate D“D“R-Zuchthaus – in einer Sternstunde vor 38 Jahren mit 8 min 57 sec meine nie wieder erreichte persönliche Bestzeit über 3000 Meter pulverisierte.

Ich habe  Zuhören gelernt. Auf das, was mein Körper mir sagt.

Heute zum Beispiel, bei Kilometer Zweikommafünf :       „So, das reicht“.

Über schotti

* geb. 1949 in Berlin * 1967-1971 Physikstudium an der Humboldt-Universität Berlin * 1975 Diplom in München * 1976 wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI für Astrophysik in Garching * 1977-1978 Redakteur beim Elektronik Journal München * 1979-1988 Aufbau eines Bauhandwerkbetriebes in München * 1989-1990 Songwriter/Sänger in San Diego (USA) * 1991-heute eigenfinanzierte Forschungsarbeit in Berlin

2 Kommentare zu Ich habe beim Sport viel gelernt

  1. schotti sagt:

    „Das Geld kommt automatisch“….. kommentierte der Eurosportreporter.

    Mit grossem Interesse verfolgte ich die letzte halbe Stunde
    der heutigen schwersten Bergetappe der Tour de France.

    Der strahlende Sieger : Voeckler.

    Ich kenne sein Gefühl auf der Ziellinie – wenn auch nicht auf diesem Niveau.

    Natürlich schwebt der Dopingverdacht auch über diesem Sieg.
    Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die wirklich ALLE gedopt sind.

    Tour de France 2012
    http://www.letour.fr/de/
    Juni bis Sonntag, dem 22. Juli 2012 wird die 99. Tour de France 20 Etappen und 1 Prolog über eine Strecke vor Genehmigung von 3 497 Kilometern umfassen.

    175 km/Tag kannst auch Du, … , selbst in Deinem Alter noch 20 mal hintereinander fahren.
    Nicht in diesem Tempo.

    Aber das ist eine Frage des Alters, der Gene, des Trainings, des Teams usw.

  2. schotti sagt:

    Hübsch auch die Geschichte …

    … wie ich 2005 barfuss den Berlinmarathon lief.

    Einfach dem Feld hinterher.

    Ohne Startnummer.

    Ein Zeuge lebt noch :

    Der „Eiserne Gustav“, Handwerksmeister aus Friedrichshagen,

    der mit Ende 60 in der S-Bahn einmal drei 18jährige k.o. schlug, die ihn anpöbelten.

    Er sah mich, als ich nach – dem einzigen schmerzhaften – Kilometer Nummer 41

    (Unter den Linden war frisch mit Rollsplit asphaltiert … autsch… schnell rüber auf den Grünstreifen)

    dann mit Riesenspass durchs Brandenburger Tor lief.

    Die letzten 400 Meter merkt man nicht…im Gegenteil…das ist sowas von geil…

    Die Medaille, die ich mir im Ziel erschummelte, indem ich einfach der SCC-Mitarbeiterin den Kopf hinhielt,

    mein T-Shirt war ohnehin schweissnass um meinen Kopf gewickelt – habe ich hier in meinem Haus.

    Ich war nicht bereit 50 Euro Startgebühr zu zahlen.

    1. Extra hinundzurück anmelden – zuviel Aufwand

    2. 50 Euro sind zu viel, 10 oder 20 hätte ich gerne gezahlt

    und hatte auch einen Zehner für die Medaille in der Turnhosentasche

    3. Will ich spontan nach Tagesform entscheiden ob ich antretete

    4. Warum sollte ich Millionen Berliner an der Strasse und an den Fernsehgeräten zum Nulltarif entertainen ?

    Meine 4 h 59 min für einen damals 55jährigen sind nichts besonderes.

    Es ist auch nicht weiter schwer einen Marathon auf Asphalt barfuss durchzurennen.

    Bei mindestens 1000 Trainingskilometern pro Jahr , die man wohl machen sollte,

    um schmerzarm das Ziel zu erreichen ,

    bekommt man die notwendige Hornhaut im Laufe der vielen km von alleine.

    Ich wundere mich sowieso warum das sowenige machen.

    Möglicherweise hat die Lobby der finanzierenden Sporthersteller kein Interesse daran.

    Ich renne immer barfuss und bilde mir auch ein, auf der Langstrecke schneller als mit Schuhen zu sein.

    Nachdem ich fünfmal antrat und zweimal ins Ziel kam

    …sollte ich die Story mit dem jetzt 86jährigen erzählen ?

    …den ich hier manchmal

    …wie ein Reh im Wald beim Joggen treffe

    …und der mich damals bei km 10 überholte

    …bei km 39 wegen Unterkühlung zusammenbrach

    – ich hatte bei km 26 wegen Unterkühlung aufgegeben –

    … der im Krankenhaus aufwachte

    … und drei Tage später wieder auf der Piste war

    … denn sein Körper hatte nur mal kurz auf Notaus geschaltet.

    „Sie sind kerngesund“, sagte ihm der Notarzt.

    … also der rennt immer noch dreimal die Woche je 20 km

    Das ist mir zuviel und auch ein bischen zu verkniffen mit zuwenig Spass.

    Ich bin auch – etwas – ein bischen – vorsichtiger geworden wegen Knie.

    Meine Meniskusverletzung ist aber – Naturwunder – von alleine ausgeheilt.

    Meine Therapie: 9 Monate faulenzen.

    Generell meine Erfahrung: Schmerz irgendwo im Gelenk ? Sofort stop. Warten bis Schmerz völlig weg.

    Schmerzen in den Muskeln akut und Muskelkater danach sind harmlos und mir egal.

    Kreislauf nicht zu lange zu hoch fahren.
    Nach Körpergefühl laufen.

    Ruhig mal krachen lassen, wenn man Bock drauf hat.

    Jetzt rollt es bei mir wieder und ich bin rundum happy.

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